Tsagaan Sar - das mongolische Neujahrsfest

Eine Winterreise in die Mongolei - Sie reisen zu dem wichtigsten Fest der Mongolen: Tsagaan Sar - Neujahrsfest. Nachdem Sie 2 buddhistische Klöster in Ulaanbaatar und im Terelj Nationalpark besucht haben und mit der mongolischen Landschaft und dem Leben in der Mongolei ein bisschen vertraut gemacht wurden, reisen Sie nach Süden, in die Gobi. Hier erwarten Sie schon Ihre Gastgeber: eine mongolische Nomadenfamilie, die in einem gemütlichen Ger lebt. Mit Freude erwarten sie die besonderen Gäste zum Neujahrsfest.
Sie verbringen mit der Familie Tsagaan Sar und bleiben mehrere Tage hier, feiern mit ihnen, erleben die festlichen Rituale mit, besuchen gemeinsam Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder.
Anschließend geht es weiter in die Gobi hinein - zum Kloster Khamariin Hiid, das einen weiteren Höhepunkt dieser besonderen Reise darstellt. Natur pur erleben Sie zum Abschluss der Reise im Nationalpark Hustai Nuruu.
 

Tsagaan Sar
Das Fest des "Weißen Mondes" wird einen Monat nach dem ersten Neumond gefeiert, der auf die Wintersonnenwende folgt. Tsagaan Sar ist einer der wichtigsten mongolischen Feiertage. Ursprünglich war Tsagaan Sar ein traditionelles Fest der Nomaden die das neue Jahr im Herbst gefeiert haben, vor der Wintersaison und bevor die Milchproduktion aufhörte. Die Feier fand einen buddhistischen Aspekt nach Khubilai Khan, er beschloss, das Mongolische Neujahrsfest mit dem ersten Neumond im Februar zu begehen.

Das Datum der jährlichen Feier wird nach dem Mondkalender berechnet.

Der Vorabend des Neujahrstages heißt bituun. Die Mongolen feiern es mit einem Festmahl bei dem Buuz, Milchreis mit Rosinen gegessen und Airag getrunken wird. An diesem Tag bleiben die Familien zusammen zu Hause. Von allen Speisen wird zuerst den Göttern dargeboten, dem Himmel, der Erde, den Bergen...

Der nächste Morgen heißt shiniin negen – es ist der Neujahrsmorgen. Die Mongolen stehen sehr früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und bereiten traditionellen Milchtee.

Reisedauer: 
14 Tage
Reiseverlauf: 

Abreise aus Deutschland am Mittwoch, 3.2.2016 – aus Berlin
(MIAT)

Tag 01, 4.2.2016, Donnerstag - Ulaanbaatar / Gandan Kloster
Ankunft in Ulaanbaatar Chinggis Khaan Airport, Begrüßung, Abholung vom Flughafen und Transfer zum Hotel. Nach dem Frühstück ausruhen. Anschließend Stadtrundgang mit den markantesten Plätzen und Sehenswürdigkeiten und Besuch des buddhistischen Gandan-Klosters. Mittagessen in einem Restaurant in der Stadt.
Abends Tourbesprechung und Abendessen, Übernachtung im Hotel

Tag 02, 5.2.2016, Freitag -  Ulaanbaatar - Chingges Khaan Statue- Terelj Nationalpark
Nach dem Frühstück Fahrt Richtung Osten entlang der Bogd Khaan Berge zur Chinggis Khaan Statue, die sich weithin sichtbar und beeindruckend über die sanft gewellte Landschaft erhebt. Hier wo sie errichtet wurde, soll sich einst ein großes Heer der Mongolen unter Chinggis Khaan gesammelt haben – ein bedeutender historischer Platz. Besichtigung der Statue, die begehbar ist.
Weiterfahrt zum Terelj Nationalpark, Besuch des Klosters Ariaval, Meditation. Das kleine Kloster befindet sich an einem Felsenhang der Berge des Terelj, mit weitem Ausblick über eine bezaubernde Berglandschaft. Der Weg zum Kloster, das für viele Mongolen ein wichtiger Ausflugsort ist, an dem sie gern verweilen ist ein langer Meditationspfad.
Besuch einer Nomadenfamilie und Essen sowie Übernachtung im Ger.

Tag 03, 6.2.2016, Samstag -  Terelj - Richtung Choir – Malah, Nomadenfamilie (ca 260 km)
Aufbruch Richtung Süden. Wir fahren auf guter Straße durch die Mittelgobi in südliche Richtung bis kurz vor die Stadt Choir. Hier biegen wir ab – fahren in die Gobi hinein zu einem kleinen Ort namens Malach. Hier lebt in einem gemütlichen Ger die Familie, mit der wir Tsagaan Sar – das mongolische Neujahrsfest - feiern werden.
Mittagessen unterwegs, Abendessen und Übernachtung bei der Familie (Ger).

Tag 04, 7.2.2016, Sonntag -  Malah, Nomaden - Bituun
Mit unserer Nomadenfamilie erleben wir Bituun – den Vorabend des Neujahrsfestes.
Dies ist in der Mongolei ein sehr wichtiger Tag für die ganze Familie. Man feiert immer bei den ältesten der Familie, meist also bei den Eltern.
Den ganzen Tag wird erst einmal gründlich sauber gemacht. Auf dem Feuer wird inzwischen das Hauptgericht – Hammelrücken mit einem großen Fettschwanz – gegart.
Nachmittags verfolgen alle gespannt die Ringkämpfe, die im Fernsehen übertragen werden. Meist ist dies aber nur den Leuten in der Stadt vergönnt, auf dem Land gibt es so viel Arbeit, so dass man sich dieses Vergnügen oft nicht leisten kann.
Abends treffen alle Familienmitglieder zusammen. Sie ziehen ihren Festtags-Deel an, dann wird gemeinsam der Tisch gedeckt. Buuz werden gekocht (gefüllte Teigtaschen) und man sitzt zusammen und isst, bis alle satt sind. Gegenseitig werden die Schnupftabakdosen ausgetauscht – ein wichtiger Brauch um Gast und Gastgeber zu ehren und Freundschaft zu bekunden. Die Leute tauschen ihre  Neuigkeiten aus und sprechen über den Ausgang der Ringkämpfe. An diesem Abend werden drei Stücke Eis vor die Tür gelegt, damit das Pferd der Gottheit Palden Lhamo davon trinken kann, da die Gottheit an diesem Tag jeden einzelnen Haushalt besuchen soll.

Tag 05, 8.2.2016, Montag -  Malah, Neues Jahr – Tsagaan Sar
Am Neujahrsmorgen heißt es ganz früh aufstehen. Alle ziehen sich schön an und gehen hinaus vor das Ger oder das Haus. Jeder geht seine ersten Schritte in die Richtung, die in seinem Horoskop steht, während sie gehen danken sie den Göttern. Dies geschieht noch, bevor die Sonne aufgeht. Sie erfahren dabei durch bestimmte Zeichen, die sie später von einem Lama deuten lassen, was das neue Jahr für sie bringen wird bzw. wonach sie sich richten müssen.
Die Eltern oder ältesten Personen begrüßen sich gegenseitig – dann die jüngeren Personen. Sie fragen sich gegenseitig ob sie den harten Winter gut überstanden haben und tauschen die Schnupftabaksdosen aus. Beim Begrüßen gibt man sich aus Respekt Geldscheine oder Geschenke. Dann wird gemeinsam Tee getrunken und es gibt Buuz. Man sitzt zusammen, unterhält sich und den ganzen Tag kommen immer wieder neue Gäste und Besucher.

Tag 06, 09.02.2016, Dienstag - Malah, Nomadenfamilie
Gemeinsam mit unserer Nomadenfamilie besuchen wir andere Familien, man begrüßt sich und wünscht sich ein gutes Jahr, tauscht Geschenke aus. Natürlich arbeiten die Hirten während der Festlichkeiten weiter und der Alltag läuft weiter wie immer – das Vieh muss gut betreut werden.

Tag 07, 10.02.2016, Mittwoch - Malah, Nomadenfamilie
Gemeinsam mit unserer Nomadenfamilie besuchen wir andere Familien in der Umgebung – wie am Vortag. Interessant ist es für uns auch, weil jede Familie anders ist, zwar ähnliche aber doch auch eigene Traditionen hat, die einen haben Kinder, andere viele Gäste...

Tag 08, 11.02.2016, Donnerstag - Malah, Nomadenfamilie-  nach Sain Shand (230 km)
Abschied von unserer Nomadenfamilie. Fahrt nach Sain Shand. Besuch des Ortes und des Danzanravjaa Museums. Hier erfahren wir viel über die Lebensgeschichte eines der berühmtesten buddhistischen Lamas, der bis heute von den Mongolen sehr verehrt wird. Er war ein bekannter Dichter, Musiker, Mediziner und Kämpfer für Gerechtigkeit. Er setzte damals als erster Bildung auch für Mädchen und Frauen durch, gründete eine Schauspielschule, das erste Museum und die erste öffentliche Bibliothek der Mongolei.
Übernachtung im Hotel  

Tag 09, 12.02.2016, Freitag - Sain Shand - Khamarin Hiid etwa 45km - /Welt Energie Zentrum / -Har Uul / etwa 20km zum Schwarzen Berg (Wunsch-Berg)
Das Welt-Energie-Zentrum ist ein ganz besonderer Ort in der Wüste der südlichen Mongolei. Hierher kommen viele Leute seit Jahrhunderten schon um Energie zu tanken und sich zu erholen, Kraft zu bekommen oder sich auf eine schwierige Zeit vorzubereiten.
Wir werden hier ein mongolisches Ritual abhalten.
Anschließend besuchen wir den Har Uul (Schwarzer Berg) – den Wunsch-Berg. Auf diesem Berg spricht man seinen Wunsch aus – die Mongolen glauben fest daran, dass diese Wünsche sich erfüllen.
Frauen dürfen den Berggipfel nicht betreten.
Tages Ausflug, am Abend Rückkehr zum selben Hotel, Abendessen und Übernachtung.

Tag 10, 13.02.2016, Samstag - Sain Shand - über Bogd Khan Berg zum Manzushir Kloster - Zuun Mod -  Ulaanbaatar Hotel
Das buddhistische Kloster Manzushir war einst ein sehr erfolgreiches und wunderschönes Kloster. Es ist in der kommunistischen Zeit zerstört worden, nur Ruinen sind noch zu sehen – und ein Tempel wurde wieder erbaut. Die Klosteranlage befindet sich in einer sehr schönen Gegend an einem Berghang, der bewaldet ist und eine ganz besondere Energie hat. In den Felsen gibt es heilige Stätten, die nur die Mongolen betreten dürfen, um hier ihre Gebete abzuhalten und die Götter zu ehren. Wir besuchen das Kloster und den Tempel.
Fahrt nach Ulaanbaatar, Übernachtung im Hotel.

Tag 11, 14.2.2016, Sonntag -  Ulaanbaatar - Hustai National Park  
Fahrt zum Hustai Nuruu Nationalpark (Birken-Gebirge) mit Besuch des Projekts für die Przewalski Pferde - auf mongolisch Takhi, die Sie in freier Wildbahn beobachten können. Abendessen und Übernachtung im Ger-Camp.

Tag 12, 15.2.2016, Montag -  Hustai National Park – Mongolnomadic Camp
Am Morgen Fahrt in den Nationalpark um die Przewalski Pferde beobachten zu können. Sicher ist noch einiges andere Wild zu sehen – Malalhirsche, Murmeltiere, Steppenadler? Übernachtung im Ger Camp.

Tag 13, 16.2.2016, Dienstag -  Mongolnomadic - Ulaanbaatar
Heute können wir – je nach Interesse, einen Bogenbauer besuchen oder einen Schamanen oder buddhistischen Mönch / Lama treffen.
Abschiedsabendessen, Übernachtung im Hotel.

Tag 14, 17.02.2016, Mittwoch - Abreise
Frühstück und Transfer zum Flughafen. Abreise

Preis: 
2.470,00 Euro/Person bei 2 – 4 TeilnehmerInnen
Leistungen: 

alle Transfers im Land, Fahrer (UAZ 469 oder im UAZ im Minivan)
Übernachtungen im Hotel 
(3*, Doppelzimmer, Dusche/WC) wie in der Beschreibung angegeben
Übernachtungen im Ger Camp (2-er Ger, mit Betten, Ofen, Dusche/WC im Haus, Restaurant)
Übernachtungen bei den Familien
 im Ger
alle Aktivitäten und Besichtigungen lt. Programm
Vollverpflegung (Frühsück, Mittagessen, Abendessen)
Deutschsprachige Reiseleitung
Eintrittsgelder laut Programm
alle Ausflüge und Teilnahme am Fest lt. Programm
SympathieMagazin 'Mongolei verstehen' (Infobroschüre)

Nicht im Preis enthalten: 

Int. An- und Abreise
Einzelzimmerzuschlag 30,00 Euro / Nacht im Hotel oder im Ger Camp
Reiseversicherungen
Persönliche Ausgaben (zusätzliche Getränke, ggf. Trinkgelder, Souvenirs)

Einzelzimmerzuschlag: 
30,00 Euro/Nacht im Hotel
Zusatzkosten: 
Aufpreis für Einzelreise

Tsagaan Sar

Das Fest des "Weißen Mondes" wird einen Monat nach dem ersten Neumond gefeiert, der auf die Wintersonnenwende folgt. Tsagaan Sar ist einer der wichtigsten mongolischen Feiertage. Ursprünglich war Tsagaan Sar ein traditionelles Fest der Nomaden die das neue Jahr im Herbst gefeiert haben, vor der Wintersaison und bevor die Milchproduktion aufhörte. Die Feier fand einen buddhistischen Aspekt nach Khubilai Khan, er beschloss, das Mongolische Neujahrsfest mit dem ersten Neumond im Februar zu begehen.

Das Datum der jährlichen Feier wird nach dem Mondkalender berechnet.

Der Vorabend des Neujahrstages heißt bituun. Die Mongolen feiern es mit einem Festmahl bei dem Buuz, Milchreis mit Rosinen gegessen und Airag getrunken wird. An diesem Tag bleiben die Familien zusammen zu Hause. Von allen Speisen wird zuerst den Göttern dargeboten, dem Himmel, der Erde, den Bergen...

Der nächste Morgen heißt shiniin negen – es ist der Neujahrsmorgen. Die Mongolen stehen sehr früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und bereiten traditionellen Milchtee.

Die ersten Tropfen Tee werden als Gabe an Natur, Himmel und Erde versprüht werden. Ebenso eine Gabe wird mit Airag gemacht: aus einer Silberschale wird die Flüssigkeit in die 4 Himmelsrichtungen verspritzt. Nachdem die Sonne aufgegangen ist, kommt die Familie zusammen, um Tee zu trinken.

Kein Zwischenfall sollten Sie den Rest des Tages stören. Dies ist ein Feiertag. Niemand darf arbeiten und die Nacht verbringt man zu Hause.

Tsagaan Sar oder Weißer Mond ist das Mongolische Neujahr. Es wird seit Jahrhunderten mit anderen asiatischen Ländern um Ende Januar, Februar oder Anfang März gefeiert, in der Regel fällt es in den Februar. Tsagaan Sar ist einer der beiden Hauptfeiertage der Mongolen und wird gründlich vorbereitet.

Jung und Alt, Mann und Frau gehen verschiedenen Aktivitäten nach: Kinder helfen ihren Eltern, das Ger (Haus) zu reinigen. Die Kleidung wird gereinigt oder gar neu genäht (oder gekauft) – der Festtagsdeel soll das wertvollste Kleidungsstück sein. Neue Kleidung wird sogar geweiht. Es werden Süßigkeiten und Buuz vorbereitet – große Mengen, denn zu den Feiertagen erwarten alle Familien viele Besucher. Neben Buuz (gedämpfte Teigtaschen mit Rindfleisch oder Hammelfleisch und Zwiebeln) werden Boov gebacken – große Kekse aus Mehl. Die Kekse sind etwa dreißig Zentimeter lang und vier Zentimeter dick. Sie werden auf einem großen Teller fast einer Pyramide gleich gestapelt.  Die Schichten müssen ungerade Zahlen ergeben, denn sie repräsentieren Glück. Je älter die Familienmitglieder, desto höher der Stapel von Boov. In den Sommermonaten Familien werden schon viele Milchprodukte wie Käse und getrockneter Quark (weiße Lebensmittel) erzeugt, die den Stapel von Boov, mit kleinen Süßigkeiten durchsetzt schmücken.Schließlich wird ein Hammelrücken mit möglichst großem Fettschwanz zubereitet.

Tsagaan Sar dauert insgesamt ungefähr einen Monat. In den ersten drei Tagen nach Tsagaan Sar sollten alle die primären Mitglieder ihrer Familie oder wichtige Leute unter ihren Freunden besuchen.

 

Zeremonie

Am Neujahrsfest zünden Familien Kerzen an Altären an, welche die buddhistische Erleuchtung symbolisieren. Zudem begrüßen sich die Leute mit für Tsagaan Sar speziellen Begrüßungen, darunter Амар байна уу? (Amar baina uu?), was "Gibt es Frieden“ bedeutet. Viele Mongolen besuchen an diesem Tag auch ihre Freunde und Familien und tauschen Geschenke aus. Eine typische, mongolische Familie trifft sich zuerst im Haus des ältesten Familienangehörigen. Sie ziehen dazu ihr bestes Festgewand an – meist den traditionellen Deel. Während sie ihre ältesten Angehörigen während des Tsagaan Sar begrüßen, führen Mongolen die sogenannte "Zolgokh" (mn. Золгох) aus, indem sie ihre Ellbogen greifen um Unterstützung zu symbolisieren. Der Älteste erhält diesen Gruß von jedem Familienmitglied abgesehen von ihrem/seinem Ehepartner. Während der Begrüßungszeremonie halten Familienmitglieder für gewöhnlich lange, blaue, Seidentücher, den Khadag. Nach der Zeremonie isst die gesamte Familie gemeinsam Schafsschwanz, Hammelfleisch, Reis mit Rosinen, Milchprodukte und Buuz. Dazu gibt es meist auch Airag, das Nationalgetränk. Die Boov werden jedoch nicht angerührt.

Der Tag vor Tsagaan Sar wird Bituun genannt, das bedeutet Dunkler Mond. Die Mondphasen heißen Bituun (dunkler Mond), Shined  (zunehmender Mond) Tergel (Vollmond) und Huuchid (abnehmender Mond). Am Bituun-Tag putzen alle Familien das Haus, wobei Hirten zudem die Unterstände der Viehherden putzen, um das neue Jahr frisch zu beginnen. Die Bituun-Zeremonie enthält zudem das Anzünden von Kerzen um die Erleuchtung aus dem Samsara zu symbolisieren. Zudem werden drei Stücke Eis vor die Tür gelegt, damit das Pferd der Gottheit Palden Lhamo davon trinken kann, da die Gottheit an diesem Tag jeden einzelnen Haushalt besuchen soll. Abends versammeln sich Familien aus engen Kreisen als Kontrast zu den riesigen Familienzusammenkünften des Tsagaan Sar-Tages und blicken gemeinsam auf das fast vollendete Jahr zurück, während sie Buuz und Milchprodukte sowie Milchreis mit Rosinen essen. Nach der Tradition legen die Mongolen an diesem Tag alle Fehler des alten Jahres ab und begleichen ihre Schulden.

Essen
Traditionell werden zum Fest Milchprodukte, Reis mit Quark (tsagaa-цагаа) oder Reis mit Rosinen (berees-бэрээс) gereicht, ganz wichtig ist eine Pyramide aus traditionellem Gebäck (Boov), welche auf einem großen Teller aufgeschichtet wird. Sie symbolisiert den Meru-Berg oder das Shambala-Reich symbolisieren. Es gibt gegrilltes Schafsfleisch und in Teig gedämpftes Rinder- oder Lammhackfleisch (Buuz), Pferdefleisch und Borzog, das traditionelle Gebäck, das in Fett ausgebacken wird.

Das Wichtigste auf jeder Festtagstafel ist jedoch der Hammelrücken mit Fettschwanz (Uuts) oder eine Rinderbrust (övchüü). Nach Möglichkeit besuchen die jüngeren Verwandten die älteren und erweisen ihnen den nötigen Respekt. Diese Begrüßungszeremonien folgen einem ausgeklügelten Ritual: Ein weißer oder himmelblauer Seidenschal wird kunstvoll über beide Unterarme gelegt, die Handflächen des jüngeren zeigen nach oben.

Die Gäste kommen und gehen während des ganzen Neujahrstages, oft bis in die Nacht hinein. Es wird nicht nur reichlich gegessen und getrunken, sondern auch gesungen. Ist „Tsagaan Sar" in der Stadt ein Fest wie bei uns Weihnachten, leitet das Neujahrsfest auf dem Land eine Zeit intensiver Arbeit ein: Die Geburt der Jungtiere steht bevor. Und leider richtet sich auch in der Mongolei die Natur nicht nach dem Kalender. Es kann noch empfindlich kalt sein, wenn die Lämmer, Kälber, Fohlen, Zicklein und Kameljungen geboren werden.

 

Zum Museum Danzanravjaa in Sain Shand

Wir schreiben das Jahr 1803. 600 Jahre nach dem Tod Dschingis Khans ist die Mongolei eine verarmte chinesische Kolonie, ausgebeutet von den Beamten der Manchu-Dynastie. Der Buddhismus, der erst 200 Jahre zuvor in der Mongolei eingeführt worden war, hatte bereits Wurzeln geschlagen. Die großen Klöster, die überall im Land entstanden, waren aber nicht nur Zentren für Kultur, Religion und Bildung. Unter den höheren buddhistischen Würdenträgern verbreiteten sich auch Korruption und Machtmißbrauch.

Die Noyon Hutagts waren eine lokale Reinkarnationslinie der „Gelben“ oder „Gelugpa“-Sekte des tibetischen Buddhismus in der Wüste Gobi. Der Junge namens Dulduitin Danzan Ravjaa (Дулдуйтын Данзанравжаа), war der 5. Vertreter dieser Linie, die nach dem Willen der chinesischen Machthaber eigentlich nicht mehr existieren sollte. Denn die früheren Inkarnationen waren bereits unangenehm aufgefallen, der 4. Noyon Hutagt wurde nach einer eskalierten Rauferei gar wegen Mordes hingerichtet. Daraufhin wurde die Suche nach der neuen Reinkarnation verboten.

Danzan Ravjaa wurde vor über 200 Jahren geboren und wuchs in der Mongolei in der Wüste Gobi in ärmsten Verhältnissen auf. Sein Vater Dulduit war ein Landstreicher und hielt die Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine Mutter starb bald nach seiner Geburt.

Nach mehreren legendären Begebenheiten wurde klar, dass Ravjaa ein ganz besonderes Kind war. Danzan Ravjaa war sehr begabt und verblüffte seine Mitmenschen schon als Siebenjähriger mit seiner Dichtkunst. Er kam zur Ausbildung als „Tulku“, als reinkarnierter Heiliger, in ein großes Kloster. Erst nach Interventionen des Dalai Lama und des Panchen Lama in Peking konnte er seiner eigentlichen Berufung folgen – als reinkarnierter buddhistischer Heiliger.

Er schrieb hunderte Gedichte und Lieder, für die er noch heute in der Mongolei berühmt ist. Sein Lied „Ulemjiin Chanar“, (Үлэмжийн чанар) zum Beispiel ist sehr bekannt. Viele seiner Gedichte sind offen politisch oder sozialkritisch und prangern die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft an. Danzan Ravjaa kämpfte für Gerechtigkeit, was ihn später sein Leben kosten sollte.
Er schrieb sogar eine Oper, für die er ein eigenes mehrstöckiges Theater errichten ließ, gründete eine Schauspielschule und engagierte auch Frauen als Schauspielerinnen.

Eine andere Besonderheit – obwohl Lamas nicht mit Frauen in Berührung kommen sollen, hatte Danzan Ravjaa offenbar mehere Beziehungen. Er war vor allem ein Vorkämpfer für die Rechte der Frauen. Er wollte, dass Frauen dieselbe Ausbildung wie Männer erhalten und dieselbe Wertschätzung in der Gesellschaft genießen sollten. So gründete er zum Beispiel für „seine“ Nomaden eine eigene Schule, in der Kinder ohne Ansehen des Standes und des Geschlechts unterrichtet wurden. Zur damaligen Zeit höchst ungewöhnlich!

Danzan Ravjaa war auch ein bekannter Maler und Zeichner, gründete das erste Museum und die erste öffentliche Bibliothek der Mongolei.

Auch als Mediziner machte er sich einen Namen, schrieb Bücher über Medizin, war ein bekannter Heiler und Magier und viele Menschen kamen zur Behandlung zu ihm.

Aber er war auch als Buddhist sehr frei und kümmerte sich nicht um die traditionellen Trennlinien der älteren Rotmützen-Schulen mit den reformierten Gelbmützen, sondern er praktizierte und lehrte aus allen Schulen das, was er als nützlich ansah. Auch heute stehen in seinem wiedererrichteten Hauptkloster Khamariin Khiid ein „roter“ und ein „gelber“ Tempel nebeneinander!

Danzan Ravjaa starb 1856, im Alter von nur 53 Jahren, an einer vergifteten Flasche Schnaps. Wer ihm das Gift zukommen ließ ist bis heute unklar.

Aus Angst vor Zerstörung seines Werkes durch die Manchu verpackten seine Mönche seine Habseligkeiten, Bücher und Schätze in über 1000 Kisten, stapelten diese im sogenannten „Weißen Tempel“ auf, setzten die mumifizierte Leiche in die Mitte und erklärten das Gebäude zum Grabmal. Denn nicht einmal chinesische Soldaten würden es wagen, eine Grabstätte zu Schänden. Auf diese Weise war das Vermächtnis Danzan Ravjaas – zumindest vorläufig – geschützt. Den Nachlass beschützte und hütete ständig ein Takhilch.

Am Anfang der 1930er Jahre begann die Rote Armee gemeinsam mit den mongolischen Kommunisten die Klöster systematisch zu zerstören und auch das Grabmal Danzan Ravjaas war nun nicht mehr sicher. Der damalige Takhilch erkannte die Gefahr und fuhr jede Nacht mit einer Kiste hinaus in die Wüste, um sie zu vergraben. Nach 64 Kisten kamen die Soldaten und zerstörten Khamariin Khiid bis auf die Grundmauern.

Tuduv behielt sein Geheimnis für sich, bis 1960 sein dritter Enkel Altangerel geboren wurde. Er wurde zum nächsten Takhilch ausgebildet. Er wurde vom Großvater nicht nur in den spirituellen Lehren und Traditionen Danzan Ravjaas unterwiesen, er mußte auch die Position und den Inhalt jeder einzelnen Kiste auswendig lernen.

Nach der Wende und nach dem Tod Tuduvs 1990 gründete Altangerel das Danzan Ravjaa Museum in Sainshand, der Hauptstadt der Provinz Dornogobi, und begann die Kisten zu heben und ihren Inhalt im Museum auszustellen.


 (Quelle: Michael Eisenriegler. Manuskript des Referats bei der Vortragsveranstaltung „Discover Mongolia“ vom 4. November 2011 in der Hauptbücherei Wien.
http://michael.eisenriegler.at/2011/11/06/danzan-ravjaa-mysterium-vermac...)

Termine / Preise

Termine: 
22.02.2017 bis 01.03.2017
Reisedauer: 
14 Tage
Min. Teilnehmer: 2
Max. Teilnehmer: 4
Preis: 
2.470,00 Euro/Person bei 2 – 4 TeilnehmerInnen

Klima

Atmosfair
Klimarelevante Emissionen des Fluges: 
1.992 kg CO₂
Freiwillige atmosfair-Spende für diese Reise: 
46,00 Euro

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