Deutschland Reisen: Kia Ora Reise zu den Sorben in der Lausitz

Wir waren im Sommer 2020 in der Lausitz unterwegs. Von Dahme aus, einer Kleinstadt in Brandenburg, ging es erst einmal in den Spreewald - nach Lübbenau und dann weiter nach Raddusch. In Dahme habe ich Wurzeln, denn meine Großmutter ist hier geboren. Auf ihren Spuren waren wir in der hübschen kleinen Stadt unterwegs und besuchten auch die traditionelle Konditorei, in der ich einst als Kind mit meiner Großmutter war! Wie früher! Damals war ich 8 Jahre alt! Und ich war felsenfest überzeugt, dass ich diese Konditorei finde! Ich wusste noch wo sie war. Richtig - in der Hauptstraße unweit des Rathaus-Turmes. Die Straße mit altem Kopfsteinpflaster, die Häuser heute gepflegt und freundlich. Das köstliche Gebäck der Konditorei von Meisterhand - heute betreibt der Sohn die Konditorei - ist bis heute unübertroffen! In der Bäckerei die alten Regale und der Verkaufstresen, ja sogar die alte Kasse - ich war total überrascht! Nur - wegen Corona war das Café geschlossen, und so nahmen wir die leckeren Eclairs, Apfelküchlein, echte Plunderteilchen mit Kirschen und Mohnschnitten mit ins Grüne, in den gepflegten Stadtpark am Schloss.
Eine Nacht blieben wir am Körbaer See, der versteckt in Kiefern- und Mischwäldern Erinnerungen an Kindheitssommer weckte, und dann ging es rein ins Getümmel in Lübbenau. Eine tolle Stadt, wenn man Spreewaldkähne, Spreewaldkanäle und Spreewald-Spezialitäten mag. Die historische Altstadt ist sehenswert, lädt zum Bummeln ein und zum Verweilen in kleinen Cafés, Restaurants und Boutiquen. Wem es in Lübbenau zu touristisch und voll ist, der macht es wie wir und reist weiter nach Raddusch. Die schönen Spreekanäle unter alten Kastanien und Pappeln gibts hier auch, dazu Naturlehrpfade und ruhige gemütliche Fahrten mit dem Spreewaldkahn! Hier ist das ein Naturgenuss! Genau das was wir suchten! Danach ein kleines Mittagsschläfchen unter rieisgen alten Kastanien und Eichen am Rande der Wiese, keine 10 m abseits der Spreekanäle. 
Wer nun aber glaubt, Spreewald ist gleich Heimat der Sorben - oder die Sorben / Wenden leben im nur Spreewald - weit gefehlt! Der Spreewald ist eine beliebte Kulisse für Sorbische Spreewald-Trachten und Traditionen. Aber hier - im Spreewald - beginnt erst die Region der Sorben, die Region der Wenden - die Region Lausitz, wo sie heute leben!


Trachtengenerationen


Der Osten Deutschlands ist überaus interessant - wer hat nicht schon gehört vom Spreewald und von der Lausitz. In der Lausitz gibt es viel zu entdecken und Sie begegnen außergewöhnlichen kulturellen Besonderheiten. Die Menschen vom slawischen Volk der Sorben / Wenden sind in dieser Region zu Hause.  "Die Wurzeln der Sorben (niedersorbisch: Serby, obersorbisch: Serbja) liegen in der Besiedlung der Lausitz durch slawische Stämme vor über 1.400 Jahren. Ihre Kultur und Sprache ist bis heute lebendig. Sie pflegen ihre Bräuche, Traditionen und Feste im Jahreslauf. Diese sind nicht nur traditionelle Ereignisse, sondern vor allem Ausdruck ihrer Identität und ein Teil des modernen Lebens." (Sorbisches Tourismusamt)

Unsere Sommerreise führte uns dann nach Burg, einem Ort in dem einer der letzten Holzpantoffelmacher seine Traditionswerkstatt betreibt. Er führt sie als Schauwerkstatt und erklärte uns kurz bei unserem spontanen Besuch die Art und Weise der Holzpantoffel-Herstellung, ein altes Handwerk. Wir erfuhren bei dieser Gelegenheit auch, dass dieses Handwerk zwar typisch für die Gegend, nicht aber für die Sorbische Kultur ist. Hier in der Lausitz vermischen sich mehrere Kulturen und Traditionen. Wir kauften in Burg Spreewälder Gurken, eine echte Spezialität, die neben Spreewälder Meerrettich heiß begehrt ist. Im Gartenlokal am nächsten Spreewaldkahn-Hafen in Burg kosteten wir mehrere Spreewälder-Gurken Spezialitäten, Kartoffelsalat und frischen Fisch! Wer mit dem Kanu auf den Spreearmen unterwegs sein will ist hier richtig, denn hier befindet sich auch ein Kanu-Verleih!

Die Lausitz ist eine Reise wert, einzigartige Natur erwartet Sie und ruhige Wander- und Radwege im großen Biosphärenreservat Oberlausitz - einer einzigartigen Heide- und Teichlandschaft in Nachbarschaft zu ehemaligen Braunkohletagebauen! Hier wurde eine große Biodiversität bewahrt in einer ausgesprochen schönen ungekünstelten Landschaft. Und zudem wird traditionelle Bewirtschaftung erhalten und ermöglicht eine natürliche Fischwirtschaft. Dass hier ein gesundes Gleichgewicht zu herrschen scheint beweisen die vielen Vögel, die an den Gewässern heimisch sind. Auch Zugvögel kommen hier durch und rasten auf den weiten Wiesenflächen der Lausitz. Im Haus der Tausend Teiche erfahren Sie jede Menge über die Besonderheiten im Biosphärenreservat Oberlausitz und erhalten Kartenmaterial für jeden Wander- und Radrundweg!

Einzigartig ist die kulturelle bzw. ethnische Basis der Region Lausitz, denn hier ist die letzte Heimat der Sorben/Wenden, eines slawischen Volkes, das einst den gesamten Osten Deutschlands besiedelte. Ihre Hauptstadt, das Zentrum der sorbisch/wendischen Kultur ist Bautzen, eine hinreißende Stadt in der Oberlausitz. Sorben/Wenden (der Name wird gleichwertig verwendet) sind in Deutschland als Minderheit anerkannt. 


Im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaften

Sorben / Wenden sind fest mit ihrer Region verwurzelt. Sie haben eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen. Der Abbau der Braunkohle hat dieser Landschaft das Letzte abverlangt  und auch die Sorben / Wenden wieder ein Stück an den Rand gedrängt. Ganze Dörfer wurden abgebaggert und die Menschen wurden umgesiedelt. In dem Lausitzer Seengebiet waren viele Seen einst Tagebaue. Heute kann man an den Ufern einiger Seen prima Urlaub machen, baden, auf dem Wasser segeln und einfach freie Zeit im Grünen genießen. So ist am Senftenberger See schon in den 70er Jahren einen Ferienregion entstanden, andere Seen zeigen noch deutlich die Spuren des Braunkohleabbaus. Am Knappensee zum Beispiel werden auch die Probleme des Braunkohletagebaues sichtbar - das Ufer ist abrutschgefährdet und gesperrt, das Dorf halb verlassen und niemand mag sich mehr um die Pflege der Straßen, Häuser und Grünanlagen kümmern. Auch das einstige Ferienzentrum am Knappensee ist verwaist. Es lohnt sich, etwas weiter zu fahren und etwas über die Entwicklung eines Tagebaues zu einem Naherhholungsgebiet zu erfahren. Nicht zuletzt, um sich klarzumachen, dass Braunkohleförderung die Umwelt zerstört, das Leben der Menschen erheblich beeinträchtigt (hat) und Tausende (80.000 Menschen!) entwurzelt und heimatlos gemacht hat, denn einmal abgebaggert, ist die Landschaft, das Haus, der Garten, das Dorf ein für allemal weg. Viele sorbische Dörfer gibt es heute nicht mehr, sie wurden auch nicht umgesetzt sondern zerstört. Wer sich auf die Spuren der Braunkohleförderung begeben will kann seine Folgen in der Lausitz mit eigenen Augen und hautnah wahrnehmen, ein Besuch im Museum und des Tagebaus Welzow nicht zu vergessen.

Das Selbstbewusstsein der Sorben erwachte in der Nachwendezeit ab 1990 wieder und heute pflegen die Sorben / Wenden wieder ihre vielen Bräuche und kulturellen Traditionen, von denen so manche wieder zum Leben erweckt wurden. In der Lausitz sind alle Straßenschilder, Ortsschilder und viele Beschriftungen zweisprachig: Sorbisch/Wendisch und Deutsch. Die Sorben / Wenden bewahren auch ganz bewusst ihre künstlerischen und wirtschaftlichen Traditionen und präsentieren ihre Jahrtausende alte Geschichte zum Beispiel in dem außergewöhnlich interessanten Museum in Bautzen (um nur eines hier zu nennen).

Kennen Sie die sorbischen Trachten, die meistens mit dem Spreewald in Verbindung gebracht werden? Die hübschen typischen Kleider der Frauen mit den riesigen, meist weißen, ausladenden spitzenbesetzten Hauben? Dies scheint eines der Wahrzeichen der Sorben / Wenden zu sein. Sie durften während der DDR-Zeit präsentiert werden und spiel(t)en im Tourismus eine anziehende Rolle für den Spreewald. Allerdings - ähnlich den berühmten Schwarzwälderinnen-Hüten mit den roten Bommeln - Bollenhut genannt - , sind diese Hauben der Sorbinnen auch nur EIN typisches Detail der Sorbischen / Wendischen Trachten. Diese Trachten haben nämlich eine reiche Diversität und sind je nach Region und je nach Dorf oder Stadt ganz unterschiedlich gestaltet. Darüber hinaus drücken die Trachten der Sorbinnen / Wendinnen soziale Stellung, festlichen Anlass oder einen Lebensabschnitt aus, in dem sich die Trägerin gerade befindet.

Unsere Reise führte uns weiter nach Schleife, einem Dorf im Schleifer Kirchspiel, wie die Gemeinden hier heißen. In Schleife waren wir natürlich im Tourismusamt zu Gast, das sich im Sorbischen Kulturzentrum befindet. Mit dem Tourismusamt haben wir besprochen, welche typisch sorbischen Inhalte unsere Touren enthalten sollen. Im Sorbischen Kulturzentrum Schleife bewunderten wir anschließend die reiche Ausstellung Schleifer Trachten - die sind sehr typisch und außerordentlich Vielfältig. Natürlich bekamen wir eine Sonderführung und es lohnte sich wirklich, denn wüssten wir sonst, dass das Christkind in der Sorbischen Tradition eine so große Rolle spielt und dass es verschleiert ist, wenn es die Bewohner eines Dorfes besucht? Wüssten wir sonst, was die Trachten bedeuten, die die Trachtenpuppen vorführen? Dass es Trachten für KonfirmandInnen gibt, die sich von denen der älteren Jugendlichen je nach Dorf unterscheiden? Dass Trachten für den Alltag, für den Kirchgang, für die Trauerzeit und natürlich für die Hochzeit ganz bestimmten Mustern und Regeln folgen, damit man sofort sieht, in welcher Lebens-Situation die TrägerIn sich gerade befindet? Sorbische Männertrachten sucht man heute im Alltag übrigens vergebens, aber in den Museen kann man sie noch bewundern. Schleife, das dortige Museum und die Buch- und Kunsthandlung besuchen Sie während unserer Sorben-Reise.

 


Sorbische Ostereier-Kunst

Weltberühmt sind die sorbischen Ostereier mit ihren filigranen Mustern, die in verschiedenen Techniken aus einem gewöhnlichen Ei ein Kunstwerk machen. Auch sie unterscheiden sich von Region zu Region und von Dorf zu Dorf und offenbaren zusätzlich noch die kreative "Handschrift" des Künstlers oder der Künstlerin.
Eine Frau, die sich damit besonders gut auskennt ist Dorothea Tschöke! Sie hat das größte und umfassendste Ostereiermuseum der Lausitz während Jahrzehnten aufgebaut und kann Stunden mit spannenden Geschichten über die Sorbischen Ostereier und Osterbräuche füllen. Wir haben sie besucht und sind jetzt noch beeindruckt! Dorothea Tschöke war früher auf jeder Ostereier-Messe zu finden und hat die wohl reichste Sammlung an Ostereiern, zu der auch skurrilste Exponate aus aller Welt gehören. Sie räumte uns in ihrer knapp bemessenen Zeit eine Stunde Besuchszeit mit Führung ein - aus der dann mehr als 2 Stunden der spannendsten und lustigsten "Ausflüge" in die Welt der sorbischen Ostereier wurden! Ein Besuch im Ostereier-Museum gehört selbstverständlich zu der Kia Ora Reise "Osterbräuche der Sorben", die wir demnächst vorstellen können.

Unsere Sorbische Kulturreise basiert auf unserer Sorbenreise und ist gemeinsam mit den Sorben / Wenden, die wir besucht haben, für Sie ausgearbeitet. Diese Reise führt Sie zu den Menschen, in ihre Geschichte und Religion, zu ihrem Reichtum an wertvoller Folklore - immateriellem Welterbe - Handwerkskunst, Trachten, Sitten und Bräuchen wie die einzigartige Ostereier-Malerei, Osterbräuche, Musik und Tanz und Kulinarik. Kombiniert mit Natur und Landschaft ist diese Reise voller Erlebnisse und relaxter Freude. Manche sagen sogar, es ist eine Reise in eine Zeitkapsel.

Unsere Sorbischen Kurztouren führen Sie direkt in die Festlichkeiten der Sorben / Wenden. Jedes Jahr feiern die Sorben weit mehr Feste als sonst in Deutschland gefeiert werden. Dazu gehören das Austreiben des Winters, das Osterreiten, das Johannisreiten, das "Hahnrupfen" genannte Erntefest und andere Feierlichkeiten. Auch Weihnachten wird von den Sorben eine große Bedeutung beigemessen, es ist ein privates Fest und hat eine Besonderheit. Denn nicht der Weihnachtsmann spielt hier die "Hauptrolle" sondern das Christkind. Besonders ausgeprägt sind die sorbischen Weihnachtsbräuche in der Gemeinde Schleife. Hier besucht das Christkind schon in der Adventszeit die Dorfbewohner und es spielt eine ganz besondere Rolle: indem es Jung und Alt dreimal mit dem Handrücken streichelt oder mit der Lebensrute berührt, verspricht es ihnen Gesundheit und Glück für das kommende Jahr. Bei seinen Besuchen hinterlässt es für die Bewohner des Hauses Nüsse, Äpfel und Pfefferkuchen - so wie wir es aus einem bekannten Weihnachtslied kennen. Das Christkind trägt in jedem Dorf seine ganz eigene traditionelle Christkind-Tracht, anhand zahlreicher Details kann man unterscheiden, aus welchem Dorf es kommt. Die Schleifer Tracht ist berühmt, die des Schleifer Christkinds eine besondere Variante davon. Und - das Christkind ist verschleiert! Niemand soll sein Gesicht sehen, es soll nicht erkannt werden, weshalb es außer dem Gesichtsschleier und der Haube auch Handschuhe trägt. Es wird immer von zwei Mädchen in Tracht begleitet. Viele Bräuche - so auch die Christkind-Tradition - wurden in der Lausitz von den Sorben / Wenden seit 1990 wiederbelebt.


Sorbische Schrotholzscheune mit Bauerngarten

Wiederbelebt haben die Sorben auch ihre Sprache. Moderne Schulbücher und Sprachlernprogramme für Sorbische Sprache sorgen dafür, dass nicht nur Kinder sorbischer / wendischer Familien Sorbisch lernen können, sondern jede/r Interessierte! Schon die Kleinen besuchen sorbischsprachige Kindergärten sowohl in Dörfern als auch in Städten wie Bautzen, Cottbus oder Hoyerswerda. In dem Dorf, in dem wir die Schrotholzscheune der einzigartigen Glaskünstlerin Birgit Pattoka besuchten, sahen wir auch einen der sorbischsprachigen Kindertagesstätten der Gegend.
Die Sprache ist schließlich der Schatz eines Volkes, denn sie war über Jahrhunderte Träger des alten Wissens, der Märchen und Sagen, der Traditionen und Bräuche. Die Sprache eines Volkes ist der Schlüssel zu ihrer Identität. Die lebendige Vielfalt der Sprachen - heute gehört sie zum kulturellen Erbe, zu dem immateriellen Erbe der Menschheit und zum geistigen Eigentum. Daher ist es so wichtig, Indigene Sprachen zu schützen und zu bewahren, am Leben zu halten, wiederzubeleben und ihren Gebrauch zu pflegen. 2019 war übrigens das Internationale Jahr der indigenen Sprachen, im Jahr 2022 beginnt die Dekade der Indigenen Sprachen, ausgerufen von der UNESCO. Mehr über die Sorbische Sprache erfahren Sie hier und in der Sorbischen Buchhandlung in Bautzen.

Was eine Schrotholzscheune ist und wie ein sorbischer Bauerngarten aussieht, erzählt Ihnen Birgit Pattoka während unserer Sorbenreise. Die Glas- und Porzellanmalerin ist fast die einzige die diese alte traditionelle Kunst noch beherrscht, und sorbische Gefäße bemalt und beschriftet. Sie ist auch eine begnadete Geschichtenerzählerin und eine der wenigen Sorbinnen, die die alten Bräuche ihrer Ahnen in die neue Zeit hineintragen und mit viel Liebe weiterführen! Gerne bewirtet sie ihre Gäste (bei unseren Touren für Gruppen) und im Sommer muss man die Klaräpfel aus dem Bauerngarten probieren - eine leckere alte Sorte! Ich war richtig glücklich als ich in den Apfel biss - da wurden Kindheitserinnerungen wach, denn diese Apfelsorte wuchs auch in unserem Garten.

Weiter ging es nach Bautzen, wo wir den Vorsitzenden der Domowina, des sorbischen Vereines, Peter Brezan, trafen. Er lud uns ein ins Haus der Sorben und wir erfuhren bei einem guten Kaffee jede Menge über die Sorben/ Wenden, Sorbische Kulturstätten, historische Stätten, und die sorbische Sprache. Anschließend führte er uns auf den Spuren der Sorben durch Bautzen, mit Besuch der sorbischen Buchhandlung...

Bautzen durchstreiften wir am nächsten Tag noch ausgiebig auf eigene Faust. Wer die besondere Heilkraft von Leinöl kennt und seine außergewöhnlichen Eigenschaften zu schätzen weiß, sollte auch erfahren wo es das beste, reinste und am schonendsten hergestellte Leinöl gibt. Es kommt aus der Lausitz, zum Beispiel aus der historischen Ölmühle in Bautzen. Leinöl ist wegen seines hohen Anteils an Omega 3 Fettsäuren äußerst gesund und zudem sehr mild im Geschmack. Zu kaufen gibt es verschiedene Sorgen in Bautzener Bioläden und Feinkostläden oder direkt in der Ölmühle. Auch nicht zu vergessen: Bautzener Senf - den gibt es heute in allem möglichen Geschmacksrichtungen und hat unter Feinschmeckern richtig Karriere gemacht. Alles Produkte der Lausitz, wie die Spreewälder Gurken und der Meerrettich.
Da wir gerade bei den Spezialitäten der Lausitz sind, ist die Sorbische Küche zu erwähnen. Wir haben sie genossen im Restaurant Wjelbik, dem sorbischen / wendischenSpezialitätenrestaurant in Bautzen. Mitten in der Bautzener Altstadt erleben Sie sorbische Gastlichkeit und genießen sorbische Kulinarik. Mit viel Liebe zum Detail und Hingabe wird hier meisterhaft gekocht. Die Sorbische Chefin und ihr Mann, der die sorbische Küche wie kein zweiter beherrscht legen größten Wert auf frische regionale Zutaten und köstliche passende Weine. Oder wie wäre es mit einem frisch gezapften Krabat-Bier*? Jedenfalls ist die sorbische Küche ein Genuss und die Gastfreundschaft entspannend. Ganz nebenbei erfahren Sie etwas über die sorbische bzw. wendische Geschichte, über die Sorben in Bautzen. In den wunderschönen bunten Glas-Fenstern der Gaststube sind übrigens 3 der schönsten sorbischen Märchen und Legenden dargestellt...

Natürlich gehört zur Kia Ora Reise zu den Sorben in der Lausitz ein Besuch im Wjelbik!

Entdecken Sie die unbekannte Heimat - Deutschland - mit den Augen der Bewohner.


Bautzen heute

Wussten Sie, dass die Sorben/Wenden zu den europäischen slawischen Minderheiten gehören? Zu den Minderheiten Europas gehören auch die Kaschuben in der Kaschubei im Norden Polens an der polnischen Ostseeküste, die Ruthenen in den Nordkarpaten, in Kärnten die Slowenen, in Rumantschia die Rätoromanen und in Katalonien die Katalanen - und viele mehr. Die bekannteste Minderheit in Europa - ein indigenes Volk - sind die Samen in Sapmi, das sich von der Kola-Halbinsel über Finnland, Schweden und Norwegen erstreckt. Dies sind nur einige der autochthonen / indigenen Minderheiten Europas.

*Krabat-Bier? Krabat ist eine sorbische Sagengestalt. Entdecken Sie sie zum Beispiel in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm. Uns hat es dort auf unserer Lausitz-Sommerreise sehr gefallen! Die Krabat-Mühle ist ein Original aus dem Film Krabat und in den historischen Gebäuden der Krabat-Mühle erleben Sie sorbische Kultur, sorbische Geschichte und die sorbische Sagenwelt. Zu den Köstlichkeiten, die im Restaurant serviert werden, gehören Kartoffeln mit Quark und Leinöl! Unbedingt probieren! Und hier wird Krabat-Bier kredenzt. Krabat-Bier wird in der Brauerei Wittichenau gebraut. Wittichenau ist der Startpunkt Ihrer Fahrradrundtour (Tag 5 unserer Reise) auf den Spuren Krabats!

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