Indigene Völker und die ILO 169

Angehörige der Adivasi, Indien
(Foto: Nana Ziesche)

WER sind „indigene Völker“ ?

Der Begriff „indigen“ ist letztlich eine Eindeutschung des Wortes „indigenous“, das mit „eingeboren“ übersetzt werden kann. Allerdings ist der Begriff „eingeboren“ teilweise stark mit negativen Begriffen wie „primitiv“, „unterentwickelt“ und dergleichen assoziiert. Deshalb war man bemüht, einen neutraleren Begriff zu finden und nutzt das Wort „indigen“.

Die ILO sprach schon in der Konvention 107 von „indigenen und in Stämmen lebenden Völkern“, die Konvention 169 verwendet denselben Wortlaut in der Bezeichnung der Konvention.

Im Sinne der UN und der ILO ist der Begriff ‚indigen‘ damit durch die ILO 169 (und die UNDRIP) umrissen und bedeutet mehr als die Übersetzung von ‚indigen‘ als ‚eingeboren‘.  

Wer gehört dazu?

Die Konvention 169 legt eindeutig ein Recht auf Selbstidentifikation als ‚indigen‘ fest, da klar geworden war, dass Definitionen von staatlicher Seite benutzt wurden und werden, Personen oder Gruppen von diesen Rechten auszuschließen.
Das Gefühl der Eingeborenen- oder Stammeszugehörigkeit ist als ein grundlegendes Kriterium für die Bestimmung der Gruppen anzusehen. (ILO 169, Art 1 Nr. 2)

Was bedeutet ILO? 

ILO ist die Abkürzung für International Labour Organisation, der Internationalen Arbeits-Organisation. Sie war 1919 gegründet worden und wird sie dieses Jahr 100 Jahre alt. 
Nach dem 1. Weltkrieg war die ILO aus der Überzeugung heraus gegründet worden, dass ein weltweiter und anhaltender Frieden nur auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit erreicht werden kann. Dazu gibt es hier nähere Informationen.

1946 wurde die ILO zur ersten „spezialisierten Abteilung“ der neugegründeten Vereinten Nationen. In ihr sitzen – ungewöhnlich für die UN – drei Parteien: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Regierungsvertreter. Zentrales Thema ist die Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Ihr Sitz ist in Genf.  

Was ist die ILO 169?

Bereits im Jahr 1957 entwickelte die ILO eine ‚Konvention für Indigene und in Stämmen lebende Völker‘, die Konvention 107, da die Arbeitsbedingungen vieler ‚eingeborener Arbeiter‘ in den noch bestehenden Kolonien katastrophal schlecht waren.
(http://pro169.org/c-107-and-ilo-history/)
27 Länder ratifizierten die ILO-Konvention 107 – und in einigen dieser Länder ist sie noch heute in Kraft.
Ratifications of C107 - Indigenous and Tribal Populations Convention, 1957 (No. 107)

Hier lesen Sie mehr - website MENSCHENRECHTE3000 e.V. 

Der ILO-169 Koordinationskreis (www.ilo169.de und facebook), der sich seit langem um die Ratifizierung der ILO 169 durch die BRD bemüht, hat inzwischen viel Unterstützung durch über 15 NGOs erhalten: vom Klimabündnis über Survival International und Gesellschaft für bedrohte Völker bis hin zu Brot für die Welt.

Unterstützen Sie die Aktion mit Ihrer Unterschrift: Survival International ILO 169 Unterschriftenaktion

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