Seto/Setukesen

Die Setukesen/Seto oder auch Setu gehörten zu den Indigenen Völkern im Grenzland zwischen Russland und Estland. Sie gehören zur finno-ugrischen Sprachgruppe und sprechen das Setukesische (seto kiil´). Im Gegensatz zu den traditionell lutherischen Esten sind die Setukesen vornehmlich orthodoxen Glaubens. Heute gibt es nach Schätzungen noch etwa 10.000 Personen, die sich zur setukesischen Volksgruppe bekennen.

Die Setukesen leben traditionell in der historischen Region Setumaa im Südosten Estlands und Nordwesten Russlands nahe dem Peipussee. Setumaa liegt in den heutigen Landkreisen Põlvamaa und Võrumaa in Estland sowie der Oblast Pskow in Russland. Die Zahl der Setukesen wird in Estland auf ca. 10.000 geschätzt, wovon 3.000 bis 4.000 im Südosten Estlands leben. Im Mittelalter verliefen in der Region, in der die Seto lebten, wichtige Handelswege zu Land und zu Wasser. Charakteristisch für das Siedlungsgebiet der Setukesen sind sandige und wenig ertragreiche Böden. Landschaftlich prägend sind daneben die zahlreichen Kiefernwälder.

Größere Gutshöfe mit repräsentativen Herrenhäusern, wie sie für die deutschbaltische Geschichte Estlands und Livlands prägend waren, kommen in Setumaa kaum vor. Das Land stand meist im Eigentum des Staates oder des Mönchsklosters von Petschory (deutsch Petschur, estnisch Petseri), das es an die lokalen Bauern und Fischer verpachtete. Es dominieren in der bäuerlichen Kultur der Setukesen wehrhafte, geschlossene Höfe mit den charakteristischen hohen Bretterpforten und Dörfer, die früher als befestigte Anlagen gegen Angriffe konzipiert waren. Alle Gebäude stehen eng beieinander.
Zentrum der setukesischen Gemeinschaften sind nach wie vor die orthodoxen Kirchen und die kleinen Dorfkapellen (tsässonad). Ein tsässon wird traditionell aus Holz errichtet. Im Inneren finden sich neben den Heiligenbildern Kerzen und Blumen. Jede Kapelle hat ihren eigenen Schutzengel bzw. -heiligen.

Geschichte

Die Setukesen siedelten vermutlich bereits vor 600 nach Christus im Gebiet des heutigen Setumaa. In alten russischen Chroniken werden die Setukesen unter dem Begriff Tschuden mit anderen finno-ugrischen Völkern der Region zusammengefasst. Ab dem frühen Mittelalter drängten immer stärker slawischsprachige Stämme nach Nordosten vor. Dabei kam es zu einer Vermischung mit mehreren Volksgruppen und deren Vorstellungswelten. 

Die Setukesen, die im Einflussbereich Nowgorods lebten, blieben zunächst Heiden. Erst im 15. Jahrhundert konvertierten die Setukesen endgültig zum orthodoxen Glauben. Sie behielten aber zahlreiche heidnische Bräuche bei, so dass die religiöse Kultur der Orthodoxie zunächst nur oberflächlich wirkte. Die Kontakte zwischen Esten und Setukesen brachten aber auch viele Einflüsse des Katholizismus in die setukesische Kultur.

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