Indien: Zu Gast bei den Ureinwohnern von Süd-Rajasthan

Welcome - der bunt bemalte Eingang zu einem Gästehaus mit Restaurant in Rajasthan

Es ist spannend zu erleben, was für liebenswerte Personen mit großer Gastfreundschaft und fröhlichem Humor die Angehörigen der Adivasi, Ureinwohner von Indien in Rajasthan sind. Unser Guide ist die Schlüsselperson, die die Kontakte leicht und lebendig gestaltet. Wir beschränken uns auf ein relativ kleines und abwechslungsreiches Gebiet im Süden Rajasthans. Das dort beheimatete Aravelli-Gebirge sorgt für abwechslungsreiche Landschaft. Durch den Monsun in den Sommermonaten ist es recht grün, so dass eine reiche Flora gedeiht.

Der Schwerpunkt dieser Reise liegt auf den Begegnungen mit unterschiedlichen Tribals (eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Tribals befinden sich unter dem Tagesprogramm in den Anmerkungen.) Ein besonderes Interesse an ihrer Lebenswelt und sanfter Einbindung in den Tourismus bewirkt oftmals eine Stärkung. Keine Angst – ihre geschilderte Lebenssituation klingt zwar eher deprimierend, aber die Begegnungen sind keinesfalls so.
Wir sind während der Reise oft zu Fuß unterwegs – eine gute Gelegenheit, die Gegend besonders gut kennenzulernen. Wir haben zwar einen Tourplan, werden aber sehr flexibel sein, da sich Begegnungen mit den Menschen nicht ganz vorausplanen lassen. Dafür haben wir aber auch Möglichkeiten, spontan auf etwas zu reagieren. Die Übernachtungsorte sind natürlich fest.

Nicht in den Tagesbeschreibungen erwähnt sind Aktivitäten bei/mit den Tribals.
Diese werden wir erleben können, müssen aber spontan schauen, wo es dafür gerade die besten Möglichkeiten sind und wozu die Reisenden Lust haben:
 gemeinsam kochen und essen
 tanzen
 singen
 Schulbesuch
 Helfen/lernen/ausprobieren land- und/oder viehwirtschaftlicher Tätigkeiten
 Zuschauen bei traditionellem Handwerk wie Schmiedearbeiten und Töpfern
 anprobieren der Kleidung
 Mehndi malen lassen (eigene Zahlung)

Im Süden Rajasthans leben besonders viele Angehörige der sogenannten Tribals. Diese nennen sich in Indien Adivasi. Das bedeutet so viel wie „erste Menschen“, „erste Siedler“. Die Verwendung des Begriffs Adivasi wurde von den Schöpfern der indischen Verfassung ausdrücklich verworfen, da er den Eindruck vermittelt, die Tribals seien länger ansässig als die Kasten-Hindus. Stattdessen verwendet man seitdem offiziell den Begriff scheduled tribes, deren Sonderstatus im 5. Verfassungsanhang geregelt wird. Die Tribals bestehen aus vielen verschiedenen Stämmen und Volksgruppen mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 7%. Genauso wie die Dalits werden sie als „Unberührbare“ und unter dem Kastensystem stehend angesehen. Inzwischen gibt es eine Reihe an Schutzgesetzen, um ihre Lebenssituation zu verbessern, aus verschiedenen Gründen hat sich jedoch nicht viel zum Positiven gewendet. Allerdings gibt es seit einiger Zeit auch eine Reihe engagierter NROs und Einzelpersonen.

Reisedauer: 
14 Tage
Reiseverlauf: 

Tag 1 - Udaipur
Individuelle Anreise nach Udaipur (wir unterstützen selbstverständlich bei der Organisation). Abholung vom Flughafen oder der Bahnstation. Tourbesprechung mit dem Guide und Abendessen im Hotel.

Unterkunft: Karohi Haveli
Mahlzeiten: Abendessen
Sonstiges: Abholung und Transfer, Guide


Tag 2  - Udaipur
Ganztags ist Zeit für eine Besichtigungstour durch Udaipur. Udaipur wurde im 16. Jahrhundert vom Maharana Udai Singh am Ufer des Pichola-Sees gegründet. Vor der Unabhängigkeit Indiens war es die Hauptstadt des Mewar-Reiches. 1559 wurde der Stadtpalast gebaut, den wir besichtigen. Unweit davon ist der Jagdish Tempel, gebaut 1650 von Maharana Jagat Singh. Wahrscheinlich bleibt noch Zeit für einen Bummel durch die Altstadt, in der man sich in den schmalen Gassen leicht verirren kann. Zum Sonnenuntergang fahren Sie mit einem Boot auf dem Pichola-See. 

Unterkunft: Karohi Haveli
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Guide, Eintrittskosten, Bootstour
 

Tag 3 - Udaipur
Besuch des Manikya Lal Verma Tribal Research and Training Institute mit Museum. Es gibt 23 dieser Institute in Indien, die sich mit Geschichte und Gegenwart der 80 Mio Adivasi in Indien beschäftigen. 533 Volksgruppen gibt es. (http://www.tad.rajasthan.gov.in/content/raj/tad/tri/en/home.html) Neben dem Museum gibt es hier gute Gelegenheit, sich mit den Leuten zu unterhalten und so bekommen Sie eine gute Idee über das Leben der Adivasi in Rajasthan. Am Abend findet eine sehenswerte Kulturveranstaltung mit Tanzvorführung im Bagore ki Haveli statt.

Unterkunft: Karohi Haveli
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Guide, Auto, Eintrittskosten, Tanzshow
 

Tag 4 - Udaipur – Dungarpur
Fahrt 130 km / 3 Std.

Fahrt nach Dungarpur. Auf der Fahrt Unterbrechung am in Asien zweitgrößten von Menschenhand erbauten See, dem Jai Samand Lake. Dort findet auch die erste Begegnung mit der ältesten Volksgruppe Rajasthans statt, den Meena. Auf der Weiterfahrt kommen wir durch viele Dörfer der lokalen Volksgruppen. Einige davon können wir anschauen und ihre BewohnerInnen kennen lernen. Nachmittags sind Sie in Dungarpur angekommen sind, geht es zum Juna Mahal, einem Palast, dessen Bau im 13. Jhdt. gestartet wurde. Über die Jahrhunderte bekam er mehr Räume und Details. Mitte 20. Jhdt. wollte dann niemand mehr dort wohnen und so verlotterte er etwas. Es ist die Rede davon, ihn wieder so richtig schick herzurichten. Das jetzige Stadium ist eigentlich recht gut, weil man selber so viel entdecken kann. Wenn noch Zeit ist, machen Sie einen Bummel durch den Ort mit ca. 50.000 hier lebenden Menschen. Der ganze Distrikt hat die meisten EinwohnerInnen, die der Bhil-Volksgruppe angehören.

Unterkunft: Udai Bilas
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide, Eintrittskosten

 

Tag 5 - Dungarpur
Für diesen Tag sind zwei Aktivitäten vorgesehen: Ein 7 km langer Trek geht von Padwa durch die hügelige Landschaft zu einem Shiva-Tempel. Hier wohnen u.a. Meena-Familien, die besucht werden. Sie haben kleine Felder und Viehwirtschaft mit Ziegen und Kühen. Der Pfad ist abwechslungsreich und spontanen Begegnungen werden natürlich gerne nachgegangen. Vom Shiva-Tempel gibt es einen wunderbaren Blick über die Landschaft.
Danach fahren Sie zum Somnath-Tempel. Er ist eine Nachbildung des originalen Somnath-Tempels in Gujarat, welcher bei Eroberungen oft zerstört wurde. Die in der Umgebung wohnende Bevölkerung kommt gerne her.

Unterkunft: Udai Bilas
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 6 - Dungarpur
Heute verbringen Sie den ganzen Tag auf der Baneshwar Fair. Diese findet ca. 70 km entfernt in Baneshwar statt, an einem kleinen Delta des Flusses Soma gelegen. Das religiöse Volksfest wird überwiegend von den Volksgruppen besucht. Im Mahadev Tempel wird dem Shiva Lingam gehuldigt. Die Bhil kommen aus den nachbarschaftlichen Bundesstaaten Gujarat und Madhya Pradesh angereist, um u.a. die Asche ihrer Toten in den Fluss zu streuen. Außerdem singen sie ihre Volkslieder am Lagerfeuer. Es gibt ein vielfältiges kulturelles Programm und Fahrgeschäfte. Sie genießen die fröhliche Stimmung.
Bei Reisen zu einem anderen Datum wird dieser Tag in Baneshwar und Umgebung verbracht mit Begegnungen und Spaziergängen.

Unterkunft: Udai Bilas
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 7 - Dungarpur - Jhadol
Fahrt: 80 km / 2 Std.

Die kurze Strecke erlaubt Ihnen Besuche bei Angehörigen der Bhil, Meena und Katkari. Auch ist die Hügellandschaft Südrajasthans eine gute Gelegenheit für Spaziergänge und Wanderungen. Am Nachmittag gibt es einen ausgiebigen Spaziergang im nah gelegenen Dorf, in dem ein großer Teil der Bevölkerung Bhil sind.

Unterkunft: Jhadol Safari Resort
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 8 - Jhadol – Morvaniya
Fahrt: 60 km / 1,5 Std.

Zurück geht es nach Udaipur bzw. nördlich davon. Dort befindet sich der kleine Ort Morvaniya. Eine bunte Mischung aus KasteninderInnen und tribals wie Bhil und Meena wohnen hier. Ein Dorfspaziergang bringt bessere Einblicke. Eine kurze Fahrt bringt Sie nach Ubeshwar Ji mit dem berühmten Mahadev Tempel, Shiva gewidmet. Auch ist hier ein beliebter Picknickplatz.

Unterkunft: Homestay
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide, Eintrittskosten

 

Tag 9 - Morvaniya – Samal - Kumbalgarh
Fahrt: 90 km / 2,5 Std.

Auf dem Weg nach Kumbalgarh besuchen Sie das Dorf Samal, in denen u.a. Bhils wohnen. Hier gibt es Töpfereien und andere Manufakturen, von denen wir einige besuchen. Der Nachmittag steht zur Verfügung, die imposante große Festung Kumbalgarh anzuschauen. Sie wurde im 15. Jhdt. errichtet. Seine 36 km lange Mauer gilt als die längste nach der chinesischen Mauer. Innerhalb befinden sich diverse Tempel und andere Gebäude. Kumbalgarh ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Von den 1.100 m Höhe auf der die Festung liegt, hat man einen tollen Rundblick.

Unterkunft: Dera Kumbalgarh
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide, Eintrittskosten

 

Tag 10 - Kumbalgarh – Bagho ka Bagh
Von Kumbalgarh führt ein 14 km langer schöner Pfad bergab durch ein Waldnaturschutzgebiet. Die Chance ist groß, Tiere und Vögel zu sichten. Sie kommen vorbei am Thandi Beri, dem Krokodilsteich und einem kleinen Dorf – das einzige in der Naturschutzzone. Hier wohnen Bhils. Das Gepäck wird mit dem Auto gefahren. Bagho ka Bagh ist ein kleiner Flecken mit angenehmer Unterkunft. Hier wohnen Garasia-Angehörige.

Unterkunft: Bagho ka Bagh
Mahlzeiten: Frühstück, Lunchpaket, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 11  - Bagho ka Bagh – Sumer - Ghanerao
Weiter geht es zu Fuß. An der überwiegend ebenen Strecke befinden sich Dörfchen und Gehöfte – eine gute Gelegenheit, weitere Menschen kennenzulernen. Je nach Wunsch kann die Wanderung länger oder kürzer gestaltet werden. Das Gepäck wird wieder mit dem Auto gefahren, welches Sie auch dort abholt, bis wohin Sie gewandert sind. Ghanerao ist ein großes Dorf, in dem verschiedene Tribals leben, u.a. die Raika.

Unterkunft: Ghanerao Castle
Mahlzeiten: Frühstück, Lunchpaket, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 12 - Ghanerao - Godwad
Fahrt: 60 km / 1,5 Std.

Zuerst fahren Sie nach Ranakpur, um die dortigen berühmten Jain Tempel zu besichtigen. In weißem Marmor wurden wunderschöne Details eingemeißelt. Im 15. Jhdt. wurde der Tempel von einem reichen Kaufmann in Auftrag gegeben. 1.444 Säulen sind alle unterschiedlich gestaltet. Nach dem dortigen Mittag geht es weiter Richtung Godwad Camp. Zu Fuß geht es die letzten 5 km auf alternativen Pfaden in wunderschöner Landschaft zum Camp. Ein großer See schimmert durch das Buschwerk, im Hintergrund ragen die Aravelli-Berge hinauf.

Unterkunft: Godwad Safari Camp
Mahlzeiten: Frühstück, Abendessen
Sonstiges: Auto, Guide

 

Tag 13 - Godwad
Zu Fuß besuchen wir einige Dörfer in der Umgebung und lernen dort die Raika kennen. Sie sind traditionelle Viehhirten. Die Männer sind auch heute noch weiß gekleidet mit knallrotem Turban. Unweit befindet sich eine Art Reservat, in welchem Leoparden und Menschen leben.
Tagsüber darf die Gegend nicht besucht werden, aber morgens und abends ist es gestattet, mit dem Jeep zu fahren und Leoparden zu beobachten. Wenn Sie wünschen, kann eine solche Tour optional gebucht werden. 
(Preise für die optionale Tour: 4.000 Rs bei 1 Person, 2.500 Rs pro Person bei 2 Personen, 2.000 Rs pro Person bei 3-4 Personen für Auto, Guide, Ferngläser) Das geht spontan und direkt vor Ort.

Unterkunft: Godwad Safari Camp
Mahlzeiten: Frühstück, Mittag, Abendessen
Sonstiges: (Auto), Guide

 

Tag 14 - Godwad - Udaipur
Fahrt: 130 km / 3,5 Std.

Rückfahrt nach Udaipur. Wer mag, übernachtet hier, steigt direkt in ein Flugzeug oder nimmt die Bahn....

Unterkunft: -
Mahlzeiten: Frühstück
Sonstiges: Auto

Preis: 
ab 1.925,00 Euro pro Person.
Leistungen: 

Unterkunft im Doppelzimmer in den Hotels wie im Programm beschrieben
alle genannten Transfers und Fahrten im Etios/Dzire (bis 2 Personen)
oder Innova (ab 3 Personen), beides AC-Autos
Mahlzeiten wie oben aufgeführt
lokaler englischsprachiger Guide
alle Eintrittskosten
Bootsfahrt auf dem Lake Pichola
Entlohnungen für die Aktivitäten mit den Tribals

Zusätzliche Kosten (optional): 

Einzelzimmerzuschlag: 425,00 pro Person

Internationale und nationale Flüge
An/Abreise Udaipur
Visum: E-Visum 80 USD (ca 71 Euro) zzgl. Bankgebühren, sonst ca 95 Euro
nicht aufgeführte Mahlzeiten (ca 10 - 15 USD/Mahlzeit einschl. Getränke)

Zu den Feiertagen wie Weihnachten, Neujahr, Diwali u.ä. sind Aufpreise für die Unterkünfte zu berechnen. Wir unterbreiten Ihnen dazu ein Angebot.

Wir führen die Reise auch als Einzelreise durch (1 Person). Der Reisepreis beträgt dann 3.450,00 Euro

Tauschkurs: 80 Rs = 1 Euro. Bei Erhöhung/Minderung von 8% sind wir berechtigt, den Preis zu ändern

Wir sind zu Gast bei:

Meena: Die Volksgruppe der Meena findet sich hauptsächlich in den indischen Bundesstaaten Rajasthan und Madhya Pradesh. Sie deklarieren ihre Herkunft von dem Hindu-Gott Vishnu, dem „Bewahrer“. Die Meena herrschten früher in Gebieten des heutigen Rajasthans. Diese gingen aber alle über zu den Eroberern (Moghulen und Rajputen). Die Meena haben eine reiche mündlich überlieferte Geschichte. Von anderen wurden sie „böse Personen“ wahrgenommen. Man warf ihnen Diebstahl und Gewalt vor. Die Briten sortierten sie sogar als „criminal tribe“ ein. Dem wurde erst 1952 ein Ende gesetzt. Vom Herrscher in diese Stigmatisierung – wie es den Meenas heute geht und wie ihr Verhältnis zur Geschichte und der jetzigen Bevölkerung geht, das werden wir auf dieser Reise erfahren können. Auch was es beinhaltet, dass die Frau bei ihnen eine höhere Stellung innehat als in den üblichen Hindukastensystemen.

Bhil: Die Bhil sind eine der größten Volksgruppen in Indien. Sie wohnen in diversen Bundesstaaten und auch im heutigen Pakistan. Ihre Zahl in Rajasthan beträgt ca. 2 Mio. Nach ihren jeweiligen Gebieten gibt es diverse Unterordnungen. Wahrscheinlich stammt ihr Name von „Billu“, was Bogen bedeutet. Jedenfalls ist dieses ihre Hauptwaffe (gewesen) und sie sind sehr geschickt im Umgang damit. Durch die Verdrängung der Rajputen waren sie gezwungen, in unwirtlichen Gegenden zu leben, die nicht ausreichend Nahrung bot. Somit besserten sie ihre Gegebenheiten durch Viehdiebstahl und Raubzüge auf. Nicht nur deswegen wurden sie auch in anderen Gebieten verfolgt und versucht zu dezimieren. Zwar bot die britische Herrschaft ihnen etwas Schutz, aber Verfolgung und Schikane sowie weitere (notgedrungene) Plünderungen hörten nicht auf. Heute ist ihre Stellung nicht gut. Sie werden diskriminiert, erhalten wenig Bildung und gehören zu den ärmsten Teilen der Bevölkerung. Es gibt reine Bhil-Dörfer und in gemischten leben sie abgetrennt von den anderen. Ihre Religion ist eine Mischung aus Hinduismus und altem schamanischem animistischem Glauben. Wie stellt sich das Bhil-Leben in den unterschiedlichen Lebenswelten heute konkret dar? Diese Reise ist eine gute Gelegenheit, es sich anzuschauen.

Katkari: werden auch teilweise Kathodiya genannt. Die Katkari haben ursprünglich als Nomaden in den Wäldern von Maharashtra gelebt. 1871 wurden sie unter dem Criminal Tribes Act einsortiert und sind das Stigma bis heute nicht wirklich losgeworden. Die Katkari sind spezialisiert auf das Sammeln und Verkaufen von Katechu, Feuerholz und Holzkohle. Ihr Wissen über den Wald ist sehr groß. Zum Waldschutz wurden ihnen diese Aktivitäten jedoch verboten und die Katkari mussten sich nach anderen Möglichkeiten umschauen. Heute sind viele von ihnen Tagelöhner ohne Landbesitz. Einige von ihnen sind nach Süd-Rajasthan gezogen, wo wir sie treffen. Sie verzehren als einige wenige Nagetiere wie Mäuse und Ratten. Das führt zu weiterer Ausgrenzung aus der hinduistischen Gemeinschaft.

Rabari/Raika: Die Raika sind die Kamelmenschen. In Gujarat haben sie eher den Namen Rabari. Da das Kamelfutter nicht im Überfluss vorhanden ist, bevorzugten die Raika eine nomadische Lebensweise mit ihren Tieren. Wolle, Milch und Dung konnte an die Bauern verkauft bzw. eingetauscht werden, durch deren Gebiete sie zogen. Außerdem verkauften sie ihre Kamele, die sich in der Wüste Rajasthans als praktische Fortbewegungsmittel bewährt hatte. Heute haben sich die Verhältnisse geändert. Die Kamele sind arg dezimiert worden durch geringeren Bedarf (der Motor ersetzt das Kamel), die Gebiete kleiner, in denen sich die Herden durchbewegen können u.a. auch die Nationalparks). Viele Raika wurden sesshaft

Garasia: Die Garasia leben im Süden Rajasthans und im nachbarlichen Bundesstaat Gujarat. Sie machen nur 2,7% der in Rajasthan lebenden Tribals aus. Über ihre Herkunft gibt es verschiedene Geschichten, die mit Rajputen und Bhil zusammen hängen. Eine Besonderheit der Garasia ist, dass Paare auch ohne Trauschein zusammen leben können. Das ist in Indien insbesondere auf dem Land einzigartig. Sie bewirtschaften üblicherweise etwas Land. De Informationen über die Garasia im Internet sind so vielfältig und z.T. widersprüchlich, dass es spannend wird, sie vor Ort zu besuchen und die Informationen von ihnen direkt zu erhalten.

Interessante Links

https://en.wikipedia.org/wiki/Katkari_people

https://www.indianetzone.com/10/garasia_tribe.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Bhil

https://kashgar.com.au/blogs/tribal-culture/rabari-people-of-northwest-india

 

Unterkünfte:

- normale 2-Personen-Zelte (Toiletten/waschgelegenheiten nah dran)

Hotels und Gästehäuser:

Udaipur http://www.karohihaveli.com
Dungarpur: https://udaibilaspalace.com
Dariyawad + Ubeshwar Ji: nicht im Internet - Niveau ist basic und ordentlich
Jhadol: http://www.jhadol.com -  sehr schick + schön (komfortabel ausgestattet, gute Lage)
Panarwa: nicht im Internet, Hinweise unter: http://ecotourismrajasthan.com/panarwa/
Kumbalgarh: http://www.derakumbhalgarh.com
Ghanerao: http://www.ghanerao.com (sehr schönes und komfortables Hotel)
Maal: Info folgt
Godwad: http://www.leopardsafaricamp.com

Mobilität: 
Reise nur für mobile Reisende (ohne eingeschränkte Mobilität)

Termine / Preise

Individualreise. Oktober 2019 - April 2020
Reisedauer: 
14 Tage
Gruppengröße: 
2 - 4 Teilnehmer
Preis: 
ab 1.925,00 Euro pro Person.
Atmosfair

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